Rückblick David Qualey

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Alles musste wieder abgebaut werden: keine Mikrophone, keine Verstärker, keine Scheinwerfer. Alles wurde auf ein Minimum an technischem Aufwand reduziert. Selbst auf ein Plektrum verzichtete er: David Qualey, für viele Gitarrenmusik-Kenner der Großmeister aller Gitarristen. Gleichbedeutend mit John Mc Laughlin, Al DiMeola und Leo Kottke. Jedenfalls erklärt das den Besucherzustrom, der die kleine Brunsbütteler Galerie Rusch locker zweimal hätte füllen können. Aus Schleswig kamen sie, aus Kiel, Laboe und Hamburg und die meisten von ihnen mögen wohl selbst recht anständig Gitarre spielen. Aber was ihnen dann geboten wurde, ließ ihnen allen den Mund offenstehen. Der langgewachsene Daumennagel Qualeys zupfte Bass- und Sololäufe, als hätte er ein Eigenleben. Das traf auch auf die restlichen Finger zu, selbst unterschiedliche Rhytmen und Tempi der Fingerspiele verdichteten die Stücke, als würden zwei, manchmal drei Gitarristen hier spielen. Selbst die "Gitarren-Polizei" in der ersten Reihe konnte kaum dem rasenden Flug der autonomen Fingerspiele folgen. Laien mögen verdutzt nach Bandgeräten Ausschau gehalten haben, von denen Tonspuren heimlich zugespielt wurde, aber da war nichts auszumachen, weil da keine Geräte waren. Der Meister schloß die Augen und übergab sich einer fast magischen Unsteuerbarkeit kaum erklärlicher Eingaben. "Ich darf nicht Nachdenken, dann verspiele ich mich", erläuterte er, was die Vorgänge nicht weniger rätselhaft machten. In keiner Kirche dürfte es je leiser und andachtsvoller gewesen sein und der Eigentümer eines Eukalyptusbonbons erntete vorwurfsvolle Blicke als ihm der Bonbon mit einem Getöse zu Boden fiel, das man normalerweise wohl kaum wahrgenommen hätte. Qualey benötigte tatsächlich keinerlei Verstärkung und seine einfachen aber wohlklingenden Akustik-Gitarren zogen alle Zuhörer auf hypnotische Weise in ihren Bann.