Doris Gercke
Aus Lyra
Die Bella Block-Autorin liest bei Lyra am Freitag, den 24. Februar 2012 um 20 Uhr.
Eintritt: Lyra-Mitglieder 10.- Vorverkauf 12.- Abendkasse 14.-
Mit der Lesung der großartigen Bella Block-Darstellerin Hannelore Hoger hatte sie begonnen und mit der Schöpferin dieser beliebten Krimi-Serie, der Autorin Doris Gercke wird die Lyra-Reihe fortgesetzt. Bella Block ist eine ehemalige Polizistin, die jetzt private Ermittlungen durchführt. Sie liebt Wodka und Literatur und geht nie ohne ein gutes Buch in der Tasche zur Beschattung von Verdächtigen. Trotz aller Anspielungen auf die Privatdetektivrituale der amerikanischen Kriminalliteratur ist Bella Block doch in ihrer Konzeption George Simenons Kommissar Maigret näher verwandt, denn ebenso wie er löst sie ihre Fälle durch ein intensives Eintauchen in das jeweilige Milieu und das Erspüren von Stimmungen. Über ihre Einschätzung des Kriminalromans sagte Doris Gercke dem Magazin "ran": "Er muss Wirklichkeit einfangen. Ich mag diese konstruierten, unrealistischen Geschichten nicht, die mit witziger Sprache aufgepeppt werden. Für mich ist Krimi eine Kunstform. Kunst hat etwas mit Abbildung von Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit zu tun. Je wahrhaftiger ein Krimi ist, desto besser finde ich ihn." In der Darstellung von Hannelore Hoger erlangte die Figur der "Bella Block" im Rahmen einer Reihe von Fernsehfilmen des ZDF große Popularität. Die Fernsehfigur der Kommissarin war in einer freien Adaption des ersten Bella Block-Romans entstanden und entwickelte sich in den Filmen in eine eigene Richtung, während Doris Gercke die literarische Figur der ursprünglichen Bella Block in zahlreichen weiteren Romanen weiter verfolgte. »In Deutschland gibt es so gut wie keine Kriminalautoren von internationalem Rang. Bis auf Doris Gercke vielleicht,« urteilt der Westdeutsche Rundfunk. »Doris Gerckes Bücher haben Charme. Sie sind witzig, weil die Autorin die gängigen Muster von Kriminalromanen durchbricht und noch auf der letzten Seite mit unerwarteten Pointen aufwartet. Weder sind ihre Frauenfiguren alle Engel noch die Männer alle Machos, es gibt widerliche und sympathische männliche Exemplare.« (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt).
»In Deutschland gibt es so gut wie keine Kriminalautoren von internationalem Rang. Bis auf Doris Gercke vielleicht.« (Westdeutscher Rundfunk)
»Doris Gerckes Bücher haben Charme. Sie sind witzig, weil die Autorin die gängigen Muster von Kriminalromanen durchbricht und noch auf der letzten Seite mit unerwarteten Pointen aufwartet. Weder sind ihre Frauenfiguren alle Engel noch die Männer alle Machos, es gibt widerliche und sympathische männliche Exemplare.« (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt)
Doris Gercke
ist am 7. Februar 1937 in Greifswald geboren, sie lebt in Hamburg. Ihre wichtigsten Bücher: »Weinschröter, du mußt hängen«, 1988; »Kinderkorn«, 1991; »Kein fremder «Land, 1993; »Dschingis Khans Tochter«, 1996; »Der Tod ist in der Stadt«, 1998; »Die Frau vom Meer«, 2000; »Die schöne Mörderin«, 2001. Mit Hannelore Hoger in der Titelrolle wurden mehrere Bella-Block-Stoffe fürs ZDF verfilmt. 2000 erhielt Doris Gercke für ihre Verdienste um den deutschen Kriminalroman den »Ehrenglauser«.
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren
BIOGRAPHIE: * 7.2.1937 in Greifswald
benutzt Pseudonym: Marie-Jo Morell
Doris Gercke wuchs als Kind einer Arbeiterfamilie auf und heiratete, als sie 20 war. Mit 22, nach der Geburt ihres zweiten Kindes gab sie ihren Beruf als Sachbearbeiterin auf und lebte als Ehefrau, Hausfrau und Mutter. 1980 machte sie das Begabtenabitur und studierte Jura. In dieser Zeit schrieb sie ihre ersten Kriminalromane, in denen sie ihre Hauptfigur Bella Block vorstellte. Bella Block ist eine ehemalige Polizistin, die jetzt private Ermittlungen durchführt. Sie liebt Wodka und Literatur - hier besonders die Gedichte ihres Großvaters Alexandr Blok - und geht nie ohne ein gutes Buch in der Tasche auf zur Beschattung von Verdächtigen.
Trotz aller Anspielungen auf die Privatdetektivrituale der amerikanischen Kriminalliteratur ist Bella Block doch in ihrer Konzeption George Simenons Kommissar Maigret näher verwandt, denn ebenso wie er löst sie ihre Fälle durch ein intensives Eintauchen ind das jeweilige Milieu und das Erspüren von Stimmungen, deren literarisch versierte Darstellung auch manche Schwächen des jeweiligen plots vergessen läßt.
Über ihre Einschätzung des Kriminalromans sagte Doris Gercke dem Magazin "ran": "Er muß Wirklichkeit einfangen. Ich mag diese konstruierten, unrealistischen Geschichten nicht, die mit witziger Sprache aufgepeppt werden. Für mich ist Krimi eine Kunstform. Kunst hat etwas mit Abbildung von Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit zu tun. Je wahrhaftiger ein Krimi ist, desto besser finde ich ihn."
In der Darstellung von Hannelore Hoger erlangte die Figur der "Bella Block" im Rahmen einer Reihe von Fernsehfilmen des ZDF große Popularität. Die Fernsehfigur der Kommissarin war in einer freien Adaption des ersten Bella Block-Romans entstanden und entwickelte sich in den Filmen in eine eigene Richtung, während Doris Gercke die literarische Figur der ursprünglichen Bella Block in zahlreichen weiteren Romanen weiter verfolgte.
Die Unterschiede zwischen der Fernsehfigur ihrer Ermittlerin "Bella Block" und der literarischen Figur beschrieb Doris Gercke in einem Beitrag für das ZDF-Krimiportal so:
- Die Bella in den Büchern ist, abgesehen vom ersten Fall, nicht Polizistin, sondern Privatdetektivin. Sie ist weder an regelmäßige Arbeitszeiten, noch an Kollegen noch an die Stadt Hamburg gebunden (obwohl sie dort gern wohnt). Das heißt, sie ist frei, ihr Leben zu gestalten, soweit man das überhaupt sein kann.
- Auch deshalb erlebt Bella ihre Geschichten nicht nur in Hamburg, sondern ebenso selbstverständlich in Moskau, Süditalien, Andalusien oder Odessa - was ihr, den Lesern (und mir!) die Möglichkeit gibt, zu reisen und zu schauen, ein Stück von der Welt zu begreifen oder zumindest den Versuch zu unternehmen, das zu tun.
- Bellas Herkunft, sie ist die Enkelin des russischen Dichters Alexander Block, hat sie mit einer besonderen Vorliebe für den Osten Europas und mit sehr guten Kenntnissen der russischen Sprache und der Gedichte ihres Großvaters ausgestattet. In den Filmen kommt das nicht zum Ausdruck.
- Bellas Blick auf ihre Umgebung ist in den Büchern ein "weiblicher Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse". Sie steht von Anfang an auf der Seite der Frauen, was nicht bedeutet, dass die Frauen immer Recht hätten oder die besseren Menschen wären.
Mit "Bella Ciao" schloss sie 2002 zunächst diesen Teil ihres Werkes und begann unter dem Pseudonym "Marie-Jo Morell" Romane um den ehemaligen Polizisten Beringer und die Anwältin Milena zu veröffentlichen. 2004 kehrte sie mit "Schlaf, Kindchen, schlaf" wieder zu Bella Block zurück.
Im SWR-Büchertalk (7.11.2003) sagte sie über ihre Beweggründe dazu:
Warum ist aus Doris Gercke für die Beringer-Milena-Romane Marie-Jo Morell geworden? Das war eine Absetzbewegung. Ich musste einfach von dieser Bella weg und davon, dass ich dauernd mit ihr identifiziert wurde. Ich werde ja nicht nur mit der Bella in den Büchern identifiziert, sondern auch mit der in den Filmen, und unter Umständen auch mit Frau Hoger. Im Grunde liefen da vier Bellas rum. Ich habe gemerkt beim Schreiben, dass das nicht geht. Das behindert mich total. Ich habe deshalb beschlossen, unterzutauchen. Auf der anderen Seite wollte ich natürlich trotzdem arbeiten: also schreibe ich mit Pseudonym.
2000 wurde Doris Gercke von der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur DAS SYNDIKAT für ihr Gesamtschaffen mit dem Ehrenglauser ausgezeichnet.
Links
- Lexikon der deutschen Krimi-Autoren
- "Bella Block" bei WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Bella_Block
- Doris Gercke bei WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Gercke
- Elin Nesje Vestli: "Auf die Geschichte projiziert: Doris Gerckes Bella-Block-Romane". In: Eva Lambertsson Björk, Karen Patrick Knutsen, Elin Nesje Vestli (Hrsg.): Modi operandi. Perspektiver på kriminallitteratur. Halden: Høgskolen i Østfold, 2003, S. 179-194. [1]
- Porträt und Interview bei krimi-forum.de
- www.krimilexikon.de
- „Hannelore Hoger als „Bella Block“. Am liebsten würde sie die Verbrechen verhindern“, FAZ, 14. Januar 2006, Nr. 12, S. 45, Interview mit Hannelore Hoger und Doris Gercke
