Hellmuth Karasek

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Hellmuth Karasek signiert für Verlegerin Anja Marschall einen "Matjes als Weltenbummler"
Gespräch mit Hasso Fehling über quadratische Schnürsenkel
Mit Hellmuth Karasek in der Radarfalle

Freitag 5. März 2010

Er kommt bereits zum vierten Mal in die Galerie Rusch, weil er wie viele andere prominente Interpeten das ambitionierte Engagement des regen Vereines Lyra e.V. schätzt und durch seine Präsenz unterstützten möchte. An diesem hochkarätigen Leseabend wird der "publizistische Turbokarpfen im Teich der grauen Hechte" von Ausflügen in das unbekannte Land der Frauen berichten. Leicht und doch mit chaplineskem Ernst erzählt Hellmuth Karasek, wie Männer versuchen zu lieben und zu flüchten, zu erobern und zu vergessen. Schürzenjäger, Schlappschwänze, Maulhelden, Romantiker,- wollen alle wirklich nur immer das eine? So erzählt er offen und frei davon, wie er die Schwester eines Nachhilfeschülers verführte: „Auch das Öffnen ihrer Bluse gelang ihm, Knopf um Knopf lenkte er sie mit Küssen ab. Natürlich vernestelte er sich, als er ihren Büstenhalter zu öffnen versuchte, aber dann sah er zwei wunderbare Halbkugeln ... “Aber auch selbstbekennerisch über eine Affäre mit der Ehefrau eines Freundes: „Ach, was haben wir’s gut!, dachte er, als er einmal mit der viel jüngeren Frau eines viel älteren Freundes vormittags aus dem Hotelbett aufstand, sie blickten beide aus dem Fenster, nur spärlich angezogen, in den trüben Tag, und sie sah, sichtlich ungerührt, ihren Mann, seinen Freund, vorübergehen.“ Ein tiefer Blick also in die Bekenntniswelt eines einsichtigen, gereiften Mannes. Hellmuth Karasek, Journalist und Schriftsteller, leitete über zwanzig Jahre lang das Kulturressort des Spiegel, war Mitherausgeber des Berliner Tagesspiegel und ist jetzt Autor von Welt und Welt am Sonntag. Durch seine Rolle im literarischen Quartett wurde er bundesweit als einer der humorvollsten und intelligentesten Kritiker einem breiten Publikum bekannt.



Schürzenjäger, Draufgänger, Schlappschwänze, Maulhelden, Romantiker, Egomanen – wollen alle wirklich immer nur das eine? Leicht und doch mit chaplineskem Ernst erzählt Karasek, wie Männer versuchen zu lieben und zu flüchten, zu erobern und zu vergessen.

Der „publizistische Turbokarpfen im Teich der grauen Hechte“ (Gerhard Stadelmaier) berichtet von glücklichen und schmerzlichen Selbstversuchen und von Ausflügen in das unbekannte Land der Frauen.

Hellmuth Karasek, Journalist und Schriftsteller, leitete über zwanzig Jahre lang das Kulturressort des Spiegel, war Mitherausgeber des Berliner Tagesspiegel und ist jetzt Autor von Welt und Welt am Sonntag. Durch seine Rolle im literarischen Quartett wurde er bundesweit als einer der humorvollsten und intelligentesten Kritiker einem breiten Publikum bekannt.

Bei Lyra war er bereits mehrfach zu Gast.


Hellmuth Karasek (* 4. Januar 1934 in Brünn, Tschechoslowakei) ist ein deutscher Journalist, Buchautor, Literaturkritiker und Professor für Theaterwissenschaft. Karasek schrieb auch drei Theaterstücke unter dem Pseudonym „Daniel Doppler“.

Leben

Seine Familie floh, als er zehn Jahre alt war, vor dem Vormarsch der Roten Armee von Bielitz (damals Ost-Oberschlesien, jetzt Polen) über Zwischenstationen nach Bernburg an der Saale (Sachsen-Anhalt). Zuvor war er einige Monate Schüler einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola). Karasek selbst übersiedelte nach dem Abitur aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Anglistik in Tübingen promovierte er und begann seine journalistische Laufbahn bei der Stuttgarter Zeitung. Er war danach ein Jahr lang Chefdramaturg am Württembergischen Staatstheater und seit 1968 Theaterkritiker bei der Wochenzeitung Die Zeit.

Von 1974 bis 1996 arbeitete er beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel und wurde zu einem der bekanntesten Literatur- und Filmkritiker. Nach seiner Zeit beim Spiegel war er bis 2004 Mitherausgeber des Berliner Tagesspiegels.

Heute arbeitet er unter anderem für die Zeitungen Die Welt, Welt am Sonntag und Berliner Morgenpost der Axel Springer AG, ist aber auch häufig in verschiedenen Fernsehsendungen zu sehen. So war er u.a. in jeder bisherigen Ausgabe der RTL-Show Die 5 Millionen SKL Show als prominenter Pate der Kandidaten dabei.

Viele Jahre lang war Karasek neben Marcel Reich-Ranicki ständiger Teilnehmer an der ZDF-Sendung Das Literarische Quartett. Als Buchautor sowie Theater- und Filmkenner ist er Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland und in der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Seit 1992 ist Karasek Professor am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg.

Im August 2006 äußerte sich Karasek in Interviews und Zeitungsartikeln (unter anderem im Springer-Blatt Welt am Sonntag, 20. August 2006) zu Günter Grass’ spätem Bekenntnis, als Jugendlicher zur Waffen-SS eingezogen worden zu sein. In diesem Zusammenhang ließ er anklingen, dass der Literat sich den Nobelpreis „erschlichen“ habe, weil das Nobelkomitee möglicherweise anders entschieden hätte, wenn Grass diesen Sachverhalt in seinem Lebenslauf dargestellt hätte.

Karasek ist der Onkel von Thomas Mars, Sänger der französischen Indiepopband Phoenix.

Werke (Auswahl)

Bücher

  • Das sogenannte „schmückende“ Beiwort. Beiträge zu einer neuhochdeutschen Poetik. Diss. Tübingen 1958
  • Carl Sternheim. Friedrich (Dramatiker des Welttheaters 4), Velber bei Hannover 1965
  • Max Frisch. Friedrich (Dramatiker des Welttheaters 17), Velber bei Hannover 1966
  • Deutschland deine Dichter. Die Federhalter der Nation. Hoffmann und Campe, Hamburg 1970
  • Bertolt Brecht. Der jüngste Fall eines Theaterklassikers. Kindler, München 1978
  • Karaseks Kulturkritik. Literatur, Film, Theater. Rasch und Röhring, Hamburg 1988
  • Billy Wilder. Eine Nahaufnahme. Hoffmann und Campe, Hamburg 1992; aktualisierte und erweiterte Neuauflage ebd. 2006, ISBN 3-455-09553-4
  • Mein Kino. Die 100 schönsten Filme. Hoffmann und Campe, Hamburg 1994, ISBN 3-455-08564-4
  • Go West! Eine Biographie der fünfziger Jahre. Hoffmann und Campe, Hamburg 1996, ISBN 3-455-08563-6
  • Hand in Handy. Hoffmann und Campe, Hamburg 1997
  • Das Magazin. Roman. Rowohlt, Reinbek 1998
  • Mit Kanonen auf Spatzen. Geschichten zum Beginn der Woche. Kiepenheuer und Witsch (KiWi 568), Köln 2000, ISBN 3-462-02904-5
  • Betrug. Roman. Ullstein, Berlin 2001, ISBN 3-89834-025-2
  • Karambolagen. Begegnungen mit Zeitgenossen. Ullstein, Berlin 2002; Taschenbuchausgabe ebd. 2004, ISBN 3-548-36494-2
  • Freuds Couch & Hempels Sofa. Das Buch der Vergleiche. Kiepenheuer und Witsch (KiWi 850), Köln 2004, ISBN 3-462-03433-2
  • Auf der Flucht. Erinnerungen. Ullstein, Berlin 2004; Taschenbuchausgabe ebd. 2006, ISBN 3-548-36817-4
  • Süßer Vogel Jugend oder Der Abend wirft längere Schatten. Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-40016-7
  • Vom Küssen der Kröten und andere Zwischenfälle. Hoffmann und Campe, Hamburg 2008, ISBN 3-455-40107-4

Lesungen auf Tonträgern



Rückblicke

Links