Hilal Sezgin

Aus LYRA
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lesung mit Hilal Sezgin . Freitag 19. September 2014 um 20 Uhr.


Foto: Jens Rusch
Artgerechtistnurdiefreiheit sezgin 1.jpg

Artgerecht ist nur die Freiheit

Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen

Tierquälerei ist schwer erträglich. Trotzdem lassen wir es stillschweigend zu, dass unzählige Tiere in Versuchslaboren gequält und in Mastställen und Schlachthöfen angeblich ?artgerecht? misshandelt werden, weil wir uns ein Leben ohne ?tierische Produkte? nicht vorstellen können. Wem dieser Widerspruch keine Ruhe lässt, der sollte Hilal Sezgins Augen öffnendes Buch lesen. Sie geht der Frage nach, ob wir Tiere im medizinischen Interesse malträtieren und ob wir sie einsperren, töten und essen dürfen. In einer lebhaften Auseinandersetzung mit anderen (tier-)ethischen Positionen plädiert sie dafür, Tiere als Individuen mit eigenen Rechten anzuerkennen ? auch in unserem eigenen Interesse. Am Ende dieser engagierten Tierethik steht die Vision einer Menschheit, die sich die Erde gerecht mit anderen Tieren teilen kann. Eine fulminant geschriebene Einladung zum Umdenken, der man sich nur schwer entziehen kann.

Hilal Sezgin

Hilal Sezgin ist die Tochter der Islamwissenschaftler Ursula und Fuat Sezgin. Sie hat die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft. Aufgewachsen im Vordertaunus, machte sie ihr Abitur in Norddeutschland. In ihrer Geburtsstadt studierte Sezgin Philosophie mit den Schwerpunkten Moralphilosophie und politische Theorie sowie Soziologie und Germanistik.

Inzwischen lebt sie am Rande eines 500 Einwohner zählenden Dorfes in der Lüneburger Heide. Bevorzugte Themen der freien Autorin sind Feminismus, Islam und Islamophobie in Europa, Tierrechte und Tierethik. Sie verfasst Feuilletonbeiträge und andere für ZEIT sowie Essays und anderes für Kursbuch, Literaturen und „Times mager“-Kolumnen der Frankfurter Rundschau. Sezgin ist auch eine der Schlagloch-Kolumnistinnen auf der taz-Meinungsseite und gehörte zu den vier regelmäßigen Autoren des Islamischen Worts beim SWR.

Die Journalistin debütierte 1999 mit dem historischen Kriminalroman Der Tod des Maßschneiders. In den Folgejahren veröffentlichte sie vor allem essayistische Sachbücher. 2006 erschien ihr Buch Typisch Türkin?, in dem sie die neue Generation ihrer türkischstämmigen deutschen Mitbürgerinnen porträtierte. Bis dahin war sie als Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau angestellt. Eine Sammlung der für diese Tageszeitung entstandenen Feuilleton-Artikel Sezgins erschien bereits 2005 in Buchform: Kleines ABC der Freiheiten. Gemeinsam mit Nasr Hamid Abu Zaid veröffentlichte sie Mohammed und die Zeichen Gottes (2008), ein Buch über „den Koran und die Zukunft des Islam“, das positives Echo in den deutschsprachigen Feuilletons fand. Darüber hinaus publizierte sie ein Essay mit tierethischen Überlegungen zur veganen Ernährung in dem von Sandra Forster herausgegebenen Das Vegane Kochbuch (2009).

2005 bedachte der Journalistinnenbund Sezgin bei der Verleihung seines Nachwuchspreises für ihren publizistischen Text Leben zwischen dort und hier über Zwangsverheiratung, Gewalt und Prostitution in einer Zuwandererfamilie mit einer lobenden Erwähnung. Die Jury zeigte sich „beeindruckt von der Vielschichtigkeit des recherchierten Falles und vor allem von der hohen journalistischen, beinahe literarischen Qualität der Sprache“.

2011 gab Sezgin ein Sammelwerk unter dem Titel Das Manifest der Vielen heraus. Im Buch beziehen 30 Autorinnen und Autoren mit Migrationshintergrund Stellung gegen die Thesen Thilo Sarrazins zu Muslimen in Deutschland und kritisieren die Thesen und Prognosen seines 2010 erschienenen Buches Deutschland schafft sich ab.

Sezgin ist Jurymitglied der Sachbuch-Bestenliste der Süddeutschen Zeitung und Angehörige der Mitgliederversammlung der Heinrich-Böll-Stiftung. Quelle: Wikipedia

Rezensionen und Stimmen

  • Deutschlandradio Kultur:

Das Buch liest sich wie eine Droge, auf die man streckenweise lieber verzichtete. Am Ende watet der Leser kniehoch in dem Blut. So fasst unsere Rezensentin Susanne Billig ihre Lektüre-Erfahrung zusammen. Vorgenommen hatte sie sich das Werk der Philosophin Hilal Sezgin "Artgerecht ist nur die Freiheit - eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen" (C.H. Beck).

  • Spiegel:

So klar Sezgins eigene Schlussfolgerung ist, so angenehm unaufdringlich ist dieses Buch. Es ist weder anklagend noch bevormundend. Es ist kein Aufruf zum Medikamenten-Boykott und auch keine Kampfschrift. Es ist einfach ein sehr kluges und sehr nachdenkliches Buch. Es ist zwar streng in seiner Logik, aber sanft im Ton.

Werke

  • Der Tod des Maßschneiders. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 1999; Diana, München 2000, ISBN 3-453-17717-7
  • Kleines ABC der Freiheiten. Feuilletons. Helmer, Königstein im Taunus 2005, ISBN 3-89741-189-X
  • Typisch Türkin? Porträt einer neuen Generation. Herder, Freiburg im Breisgau 2006; ebd. 2010, ISBN 978-3-451-06092-2
  • Mohammed und die Zeichen Gottes. Der Koran und die Zukunft des Islam. Herder, Freiburg im Breisgau 2008; Neuausgabe ebd. 2011, ISBN 978-3-451-06145-5 (Mitarbeit)
  • Mihriban pfeift auf Gott. Roman. DuMont, Köln 2010, ISBN 978-3-8321-9554-0
  • Landleben. Von einer, die raus zog. DuMont, Köln 2011, ISBN 978-3-8321-9623-3<ref name="Rezension"/>
  • als Herausgeberin: Manifest der Vielen. Deutschland erfindet sich neu. Blumenbar, Berlin 2011, ISBN 978-3-9367-3874-2
  • Artgerecht ist nur die Freiheit. Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen. C.H. Beck, München 2014, ISBN 978-3406659041

Videos

Links