Gemeinschaftslesung

Aus LYRA
(Weitergeleitet von Karen Duve)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ohne Fanny.jpg

Ankündigung

Gipfeltreffen literarischer Hochkomik im Elbeforum


Die Aufgabenstellung schien heikel: Die eine Hälfte der Deutschen sieht im Humor den Gipfel der Bedeutungslosigkeit, die andere den Olymp geschliffener Unterhaltungsliteratur. Die Spanne könnte kaum größer sein. Wie aber definiert sich Anspruch? Wer Autoren wie Flan O`Brien oder Arno Schmidt unter der Bettdecke gelesen hat, Henscheid oder Robert Gernhard, wird wissen, dass Wortwitz und literarische Hochkomik im Almanach gehobener Literatur einen würdevollen Spitzenplatz beanspruchend darf.


Die drei Protagonisten der anstehenden Gemeinschaftslesung von Lyra und dem Elbeforum Brunsbüttel wissen, wovon sie lesen. Sowohl Karen Duve wie auch Frank Schulz verstehen sich darauf, im Gossenjargon gescheiterter Figuren, unter Kneipentresen oder im kniggefreien Niemandsland einen abgedrehten Sprachkosmos aufzuwischen.


“Das ist Heimat-Hewwimäddl und ganz große Klasse“ textet der Zweitausendeins-Verlag zu „Kolks blonde Bräute“ von Frank Schulz und aus dessen Hagener Trilogie wird ein Teil des Vorleseabends denn auch folgerichtig bestritten werden. Karen Duves „Regenroman“ entspringt einem verwandten Formenkreis und den Lesern dieser Bücher dürfte beim vertiefenden Ablachen das Buch aus der Hand gefallen sein.


Harry Rowohlt hingegen, der „Paganini der Abschweifung“ verleiht solchen Helden nicht nur diverse Stimmen, er verkörpert diese geradezu. Er lebte die Charaktere seiner Übersetzungsvorlieben zwischen Paddys und heimischen Getränken lange Zeit fast authentisch nach. Sein literarischer Ruhm fußt auf Identifikation.


Allen Dreien ist eine szenische Vortragskunst gemein, die das Gelesene über jede Verfilmung erhebt. In dieser Konstellation, die den Organisator Jens Rusch am kommenden Sonntag in die Nähe des Kuppeleiparagraphen rücken dürfte, werden sie unter Beweis stellen, dass eine solche Lesung unwiederholbar auch dem Hörbuch überlegen ist.



Text: Lyra e.V. honorarfrei

Erster Text-Entwurf

Eine Autorenlesung dieser Größenordnung hat es an der Westküste bislang noch nicht gegeben und dafür ist das Lyra-Stammhaus, die Galerie Rusch in Brunsbüttel, nun einfach zu klein. Das geht nur im Elbeforum der Stadt Brunsbüttel.

Renommierte Vertreter/innen der literarischen Hochkomik dieses Kalibers mit einer Garantie für Anspruch und einem erprobten Unterhaltungswert fernab von Comedy und Klamauk – die wird man wohl auch so schnell nicht wieder an einen Tisch bekommen. Hierfür steht bereits Harry Rowohlt, der „Paganini der Abschweifung“, der von einem verwirrten Veranstalter in Thurnau versehentlich der „Papageno der Ausschweifungen“ genannt wurde. Wie dieser ist auch Frank Schulz ein Rollenspieler, der mit veränderten Stimmen in seine eigenen Figuren schlüpft. Das können aber auch Karen Duve und Fanny Müller ganz hervorragend und damit dürfte dieser Abend eher Hörspielcharakter erhalten, als einer simplen Lesung zu entsprechen. Das wird noch dadurch verstärkt, dass alle Beteiligten mit rollen- spezifischer Hingabe in einer Hälfte der Lesung gemeinsam aus Frank Schulzens „Kolks blonde Bräute“ (Hagener Trilogie) vortragen werden, und das ist ja bekanntlich „Heimat-Hewwimäddl und ganz große Klasse“. (Strapazin)

Karen Duves „Taxi“ und „Regenroman“ stigmatisierten sie ebenfalls für dieses Genre und führten fast unausweichlich zu einer Schwemme bundesweiter Ehrungen und üppigster Rezensionen in allen anspruchsvollen Gazetten, die sich an literarische Hoffnungsträger/innen klammern, denen ein urwüchsiger und skurriler Humor nicht abhanden kommen mag. Dieses trifft uneingeschränkt auch auf Fanny Müller zu, deren Lieblingslektüre bescheuerte Leserbriefe sind, besonders wenn deren Schreiber drohen, ihr jeweiliges Abonnement wegen der Texte von Fanny Müller zu kündigen.

Legendär ihr Anpfiff an einige vor ihrer Wohnung im Hamburger Schanzenviertel herumlungernde Punks: „Ihr seid doch jung und kräftig, könnt Ihr nicht mal was vernünftiges machen? Ne Bank überfallen oder so was?“ Ihr Buchtitel „Für Katastrophen ist man nie zu alt“ benennt somit den gemeinsamen Nenner dieses hochkarätigen Quartets. Alle Autoren und Autorinnen waren bereits mehrfach bei Lyra zu Gast, was dem kleinen aber regen Verein den Ruf eines kulturellen Trüffelschweines eintrug. Dieses ist nun auch endlich auf dem neuen Logo abgebildet.

Video- und Hörbeispiele

Eintritt und Reservierung

  • Der Vorverkauf für Nichtmitglieder wird direkt über das Elbeforum Brunsbüttel abgewickelt. *Lyra-Mitglieder erhalten ihre Karten allerdings zum Sonderpreis von 14 Euro (statt 19 bzw. 17 Euro) direkt über die Galerie Rusch, Tel. 04852-4848.
  • Das Kontingent ist auf die Mitgliederzahl begrenzt!
  • Reservierung: susanne.rusch (at) gmx.de