Ramon Schack

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Lesung bei Lyra am 22. Januar 2016 um 20 Uhr

Eintritt: Lyra-Mitglieder 8.- Euro Vorverkauf 10.- € Abendkasse 12.-€

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Ramon Schack

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Ramon Schack ist Diplom-Politologe, Journalist und Publizist. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung, Die Welt, die Berliner Zeitung, “das Handelsblatt”, die Financial Times Deutschland, “Das Parlament”, die NZZ und viele andere.

Nach einem längeren Aufenthalt in London, lebt Ramon Schack seit 2003 in Berlin. Der Nahe Osten, Osteuropa, der Islam, Politischer Extremismus, die Offene Gesellschaft und ihre Feinde, sind die Schwerpunkte seiner journalistischen Arbeit. Ramon Schack – Jahrgang 1971 – gilt als einer der wenigen Vertreter des New Journalism im deutschsprachigen Raum. Mit seinen Reportagen über die NPD-Zentrale in Berlin-Köpenick, sowie die islamophobe Website PI, erlangte er bundesweite Aufmerksamkeit. Aktuell arbeitet Ramon Schack an einem Buchprojekt zum Thema Iran und einer Film-Dokumentation über Nachwuchs-Politiker in Deutschland.

Ausbildung: Studium der Politischen Wissenschaft/Völkerrecht/Osteuropa-Studien

Abschluss: Diplom-Politologe



Begegnung

"Peter Scholl-Latour erwartete mich in der Hotel-Bar, in der wir uns verabredet hatten. Mit dem erwünschten Buch in der Tasche, hatte ich mich auf den Weg gemacht. Peter Scholl-Latour stand am Tresen, als ich den Raum betrat und empfing mich lächelnd. Wir waren die einzigen Gäste. Ein strahlender Kellner kam und sagte, in Richtung seines prominenten Gastes gewandt: „Meine Mutter hat alle ihre Bücher gelesen.“ Peter Scholl-Latour schaute kurz auf und antwortete: „Ach, die Arme!“

Dann bestellte er einen Whisky, ich entschied mich für einen Cappuccino. „Alle Welt trinkt heute Cappuccino, ich bleibe beim Whisky, aber immer erst nach 17 Uhr!“ Peter Scholl-Latour wirkte auf mich frisch und energiegeladen. Es fiel mir schwer zu glauben, dass er erst kürzlich seinen 87. Geburtstag gefeiert hatte. Er trug ein helles Jackett zum blauen Hemd. In den vergangenen Monaten hatte er zum Sammeln von Erkenntnissen einige ausgedehnte Reisen unternommen, von Lateinamerika bis in die Volksrepublik China. Jetzt waren die Länder Nordafrikas und der Levante das Ziel.

„Sie müssen bitte entschuldigen“, sagte er, „dass ich Sie nicht bei mir in der Wohnung empfangen habe, aber dort herrscht ein schreckliches Chaos. Meine Frau und ich sind gerade aus dem Nahen Osten zurückgekehrt, die nächste Reise steht unmittelbar bevor. Und heute Abend bin ich noch in einer dieser TV-Talk-Shows zu Gast, wo ich mich wieder als Unke präsentieren darf, im Gespräch mit anderen Gästen, die von nichts eine Ahnung haben!“ Wir lachten beide.

Scholl-Latour nippte an seinem Whisky-Glas, während ich ihm das gewünschte Buch übergab. „Was für ein Mensch ist dieser Robert Baer eigentlich? Sie sind ihm ja begegnet“, fragte er mich, während er in dessen Werk blätterte. Ich antworte, dass es sich um einen äußerlich eher unauffälligen Menschen handelte, dem man nicht unbedingt ansehen würde, dass er einst undercover im Irak tätig war und den Auftrag hatte, Saddam Hussein zu liquidieren."

"BEGEGNUNGEN MIT PETER SCHOLL-LATOUR/EIN PERSÖNLICHES PORTRAIT VON RAMON SCHACK ERSCHEINUNGSDATUM-2.DEZEMBER 2015


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Mein letztes Interview mit Peter Scholl-Latour

@Ramon Schack


Am 18.Juni 2014, der Tag meines 43.Geburtstages, besuchte ich Peter Scholl-Latour in seiner Wohnung. Am Abend zuvor hatten wir uns telefonisch verabredet, zu einem Interview-Termin, wie so häufig in den letzten Jahren. Zu Beginn unseres Gespräches ging es um meine Südkaukasus-Reise, die erst einige Tage zurück lag. Peter Scholl-Latour lauschte interessiert meinen Impressionen über diese Region, die er natürlich viel besser kannte, als ich selbst.

Nach dem Interview unterhielten wir uns wie gewöhnlich über Gott und die Welt, über die brennenden Probleme unserer Epoche. Angesichts meiner bevorstehenden Reise in die Mongolei, gab er mir noch einige wertvolle Informationen und erstellte mir einne Kontakt zu einem seiner besten Freunde UdoHaase ,dem Bürgermeister von Schönefeld, einem der führenden Mongolei-Experten unserer Republik.

An diesem heiteren Sommer-Tag deutete nichts darauf hin, dass es meine letzte Begegnung mit Peter Scholl-Latour war. Trotz seines hohen Alters, wirkte er gesund und physisch auf dem Höhepunkt. Ein Teil des Interviews wurde schon längst veröffentlicht.

In dem ihm noch verbleibenden 2 Monaten seines Lebens, schloss er die Arbeiten an seinem letzten Buch ab”Der Fluch der bösen Tat”. Den übrigen Part, indem sich Peter Scholl-Latour zum ersten Mal über seine familliären Hintergründe,die Besonderheiten seiner Biographie, gegenüber einem Journalisten äußerte, habe ich jetzt posthum im Orient-Magazin Zenith publiziert. Auch aufgrund unseriöser Schmierereien, die gelegentlich in Zeitungen zu finden sind, gegen die er sich nicht mehr wehren kann. Unter Anderem berichtete PSL von seinem Onkel Robert Nußbaum, ein seinerzeit berühmter Arzt und Wohltäter, der von den Nazis ermordet wurde.

http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Nu%C3%9Fbaum

“Mein Onkel wurde Opfer einer Intrige, was angesichts der damaligen antisemitischen Gesetzgebung verheerende Folgen für ihn hatte. Ich war damals noch Internatsschüler in der Schweiz, wohin meine Eltern mich geschickt hatten, um nicht den politischen Verhältnissen in Deutschland ausgesetzt zu sein oder der nationalsozialistischen Politik. 1940 kehrte ich zurück. In dieser Zeit lag die wohlbehütete Welt meiner Kindheit schon in Trümmern. Meine Eltern hatten sich zum Schein scheiden lassen, weil mein Vater sonst nicht mehr als Arzt hätte praktizieren dürfen, denn meine Mutter galt nach den Nürnberger Gesetzen als Jüdin, da sie aus einer jüdischen Familie stammte, obwohl sie schon viel früher zum Katholizismus konvertiert war. ” Das ganze Interview könnt Ihr in der neuen Ausgabe von Zenith lesen.

http://www.zenithonline.de/…/wir-alle-leben-doch-in-erwart…/

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