Schwanengesang

Aus LYRA
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Liebe Lyra-Mitglieder

Noch ist es zwar nicht protokolliert, das wird erst auf der Jahreshauptversammlung im Frühjahr geschehen - aber wir haben beschlossen, Lyra im fünfzehnten Jahr seiner Existenz aufzulösen. "Wir" sind in diesem Fall Dieter Wölfert und Jens Rusch.

Sicher gab es auch bei uns raumgreifende Überlegungen, welchen alternativen Weg man eventuell erwägen könnte. Schließlich ist der Verein mit seinen fast 250 Mitgliedern weder verschuldet, noch mangelt es an Anfragen für Lesungen und Konzerte. Zudem ist unser Netzwerk von bemerkenswerter Qualität.

Deshalb richten wir die nachstehende Zeilen an unsere Mitglieder, damit Rätsel und Gerüchte keinen Raum finden. Der tatsächliche Grund für die Auflösungsvorstellungen ist weit prosaischer. Dieter ist 74 Jahre alt, Jens 66. Eine Hauptlast liegt auch auf den Schultern von Susanne Rusch. Und wir drei bewältigen noch weitere ehrenamtliche Aufgaben, wie die Wattolümpiade und unsere vielfältigen Aufgaben im Umfeld von STARK gegen KREBS.

Jens kommt kaum noch ins Atelier. Bilder malen sich einfach nicht von selbst - auch wenn das nicht allen bewusst ist. Kurzum: Wir müssen mit unseren restlichen Kräften und mit unserer Zeit haushalten.

Es ist auch nicht jederman/frau bewusst, dass wir 15 Jahre und in über 200 Veranstaltungen Kleinodien zur Bereicherung der regionalen Kulturlandschaft geboten haben, ohne daran auch nur einen einzigen Cent zu verdienen.

Unser Lohn war die Bekanntschaft- ja in einigen Fällen haben sich tatsächliche Freundschaften entwickelt- zu außergewöhnlichen Menschen. Sie waren es, die unseren kleinen grauen Bruns- bütteler Kosmos etwas farbiger werden ließen, die uns Licht gaben.

Lyra war auch die Keimzelle größerer Benefiz-Konzerte, wie etwa Wattstock und "Moin Refugees". Diese Schulterschlüsse unter kreativen und empathischen Menschen haben auch Mitstreiter motiviert, die zu sinnvollen Einrichtungen, wie etwa des Krebsinformationszentrums Westküste führten.

Das hört sich nach durchtriebenen Konzepten an, war aber in Wahrheit ein organischer, ein homogener und grundehrlicher Prozess.

Wir haben viel Stress auf uns genommen - und für unsere Gesundheit war das nicht immer gut. Am Schlimmsten war und ist immer die Unsicherheit, ob wir den großartigen Interpreten auch eine volle Galerie bieten konnten. Oft war eine Woche vor deren Auftritt gerade eine handvoll Karten verkauft - wir erleben das gerade wieder. Alles darüberhinaus war kein Stress, lediglich Arbeit. Und wir arbeiten eigentlich gern.

Lyra hat uns - und vielen von unseren Mitgliedern ganz sicher ebenfalls - geholfen, unsere Einsamkeit am Rande der gerade noch bewohnbaren Welt, zu möblieren. Das werden wir vermissen.

Bei der letzten Jahreshauptversammlung im Frühjahr werden wir darüber befinden, was mit dem restlichen "Vereinsvermögen" geschieht. Unsere Satzung sieht eine Spende an den Freundeskreis Hospiz vor. Wieviel das sein wird, werden wir erst dann wissen.

Unsere Idee, den Verein in andere Hände zu geben, haben wir bereits anheim gegeben. Einige Mitglieder riefen uns an, nachdem der beiliegende Zeitungsartikel erschienen war. Sie möchten das nicht. Man hat es immer zu schätzen gewusst, dass bei uns ein kategorisches Rauchverbot herrschte. das wäre woanders nicht gewährleistet etc. Wie es auch ausgehen mag - darüber entscheiden ohnehin die Mitglieder in der abschliessenden Versammlung - wir drei werden uns das dann gewissermaßen "von Außen" ansehen.

Genießt die drei letzten Konzerte.

Dieter Wölfert und Jens Rusch Ende August 2016

Reaktionen

  • Egal, was kommt, ein Riesen Dankeschön für das, was war (und ist) ....auch im Namen des Kreises Dithmarschen!

Gruß Jörn Klimant


  • ...das ist sehr schade zu hören , da ich für meinen ganz persönlichen Teil mit und bei euch wundervolle Momente genießen durfte und auch immer gerne anderen Künstlern diese wunderbare und besondere Atmosphäre empfohlen habe...aber alle Dinge verändern und bewegen sich und das ist gut so und macht Platz für Neues...Danke für die wunderbaren Abende , Events ,Gespräche und euren Einsatz und Hingabe für oftmals gerade die (noch) unbekannten Künstler dieser Welt, welche bei euch in der Regel immer schon einen vollen kleinen Saal bespielen durften und sooft mit glänzenden Augen nach vielen Zugaben von der Bühnen gingen...

Alles Gute auf euren alten und jetzt neuen Wegen...

Thorsten Wingenfelder


  • Euch ein riesengroßes Dankeschön für die vergangenen Jahre.

Olaf Hiel


  • Lieber Dieter und Jens! Von Herzen gönnen wir euch ein etwas ruhigeres Leben , wenngleich wir das nicht so recht glauben! Sicherlich wird die so eingesparte Zeit auf neue Weise belegt werden. Es liegt uns jedoch am Herzen, hier einmal zu betonen, wie angenehm und aufbauend jedes Treffen mit Euch ist! Ihr seid einfach klasse!

Eure Astrid und Edgar Huhn

Presse

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